
Auf frisch asphaltierten Wegen, unterbrochen von nur wenigen unbefestigten Abschnitten, geht es abwechslungsreich weiter. Nur ein einziges Mal muss ich laut Navi ausgerechnet diese Strasse nehmen:

In Budapest sehe ich einem Sprayer kurz bei seiner „Arbeit“ zu, auch hier in der Gegend sind offenbar begabte Künstler unterwegs.

Die Zeit rinnt wie Sand durch die Hand. Nur ein verschwindend kleiner Bruchteil eines Momentes lässt sich höchstens fotografisch oder, im besten Fall, als Erinnerung festhalten. Der Rest verblasst und löst sich irgendwo im Nirgendwo auf.
Gerüche besitzen vielleicht das stärkste Erinnerungsvermögen überhaupt. Während Bilder Augenblicke festhalten können, entziehen sich Düfte jeder fotografischen Konservierung – und doch prägen sie sich oft tiefer ein als jedes Bild. Wie aber beschreibt man Gerüche? Sie lassen sich weder abbilden noch bewahren, und dennoch kann ich sie auf meiner Tour unmöglich ausser Acht lassen.
Neben den zahlreichen Frühlingsblütendüften, die mich auf meinem Weg begleiten, gibt es heute auf dieser menschenleeren Strecke plötzlich einen unerträglich übelriechenden Gestank, der mich beinahe zum Erbrechen bringt. Instinktiv erhöhe ich meine Geschwindigkeit, was jedoch nur zu heftigerem Atmen führt. Selbst durch den Mund zu schnaufen, erweist sich als zwecklos. Zum Glück ist der Spuk nach einigen hundert Metern wieder vorbei.
Südlich von Dunaújváros gibt es viel Industrie. Ob der Gestank damit zusammenhängt, weiss ich nicht. Eine Kläranlage, von denen es entlang der Donau einige gibt, war es jedenfalls nicht.
In der Zielstadt Kalocsa näherte sich von links eine junge Frau auf ihrem Fahrrad und fuhr schliesslich nur wenige Meter vor mir her. Ihr Parfüm war derart intensiv, dass ich meinen Abstand vergrössern musste – überholen konnte ich sie auf dem schmalen Weg nicht.




Auf dieser Strasse wurde ich Zeuge jenes Gestanks.

Auf der anderen Seite dieser Idylle stehen lauter kleine Einfamilienhäuser, aus denen wellenweise dumpfer, modriger Geruch nach feuchtem Mauerwerk herüberschwappt.
Mehrfach sind die Duftnoten angenehm:

Die Donau ist hier zu einem gewaltigen Strom angewachsen:

Von dieser Brücke aus versuche ich, das obige Foto bei heftigstem Wind zu schiessen:

Auch dieses Mal begegne ich zahlreichen Tieren:

Endlich ein Hase, der nicht gleich um sein Leben rennt. Entweder er ist sehr alt und hört und sieht nicht gut, oder es handelt sich um einen jungen mutigen. Oder er ist wie ich😉: Alt und mutig 🤪😄

Und zum Schluss noch dies:

Dann dürfte ich mit meiner Schulklasse in dieses vorzügliche Lokal kommen, und alle dürften so lange legal saufen, bis sie betrunken wären. Ab dann ist Schluss.

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